Beratung Nachhaltigkeit … über Sinn und Unsinn?

Das wird jetzt mal ein Artikel in ureigener Sache. Schließlich … fragte mich vor Kurzem mein Orthopäde: “Was machen Sie beruflich?”. Ich antwortete – direkt und ohne zu zögern: “Ich bin Nachhaltigkeits-Berater!” Puuhhh … das mußte dann sacken! Heute würde ich ein wenig länger über diese Aussage nachdenken. Allerdings gibt es wohl eine maximale Nachdenkzeit zum Thema Beruf (oder Berufung?) um als glaubhaft zu gelten – so wie es eine maximale Präsentationszeit bei Fahrstuhlpitches gibt (hatten Sie schonmal einen?). Ich habe die Zeit des Tippens genutzt und würde heute wohl eher sagen: “Ich berate und coache Unternehmen und Organisationen im Bereich der Zukunftsfähigkeit!” … tja. Und eigentlich wollte der Mann nur wissen, ob ich Schaffer oder Po-Plattsitzer bin. So entwickelte sich auch nicht so recht ein Gespräch zu diesem Thema …

Jetzt aber mal zur Sache … Nachhaltigkeit. Das ist ja auch immer ein (großes) Stück “Welt retten”, was es auch so schwierig macht, sich als Firma darum wirklich konkret – womöglich im Rahmen seiner sog. Kernkompetenzen – zu bemühen. Nachhaltigkeit ist so etwas für die (wichtigen) Randbereiche einer Organisation … so etwas in den Bereichen CSR, CR oder SB … also Coporate Social Responsibility oder Coporate Responsibility oder ganz neu: Social Business. Aber eigentlich hat Nachhaltigkeit doch auch viel mit der Zukunft und mit dem Erfolg einer Organisation zu tun, mit zufriedenen Mitarbeitern und Kunden … werden Sie denken. Stimmt! Nur – hier kommt es eben auf das Wort an! Und natürlich ist es die Nachhaltigkeit nicht alleine. Auch das ist vielen nicht klar, weil die Fokussierung “Welt retten” so massiv ist, dass die anderen wesentlichen Parameter nicht gesehen und gedacht werden.

Und was heißt das jetzt? Regelmäßige Leser dieses Blogs werden es bereits wissen ….. Nachhaltigkeit im persönlichen wie betrieblichen Kontext heißt eigentlich

Zukunftsfähigkeit

und umfasst neben der Nachhaltigkeit auch die Bereiche

Wissen und Open Innovation.

So, jetzt ist es raus. Wir bemühen uns also hier (im Blog) und im Zusammenspiel mit unseren Kunden um die Zukunftsfähigkeit. So finden Sie hier an dieser Stelle auch ganz viele Artikel mit praktischen Um- und Ansetzungs-Hinweisen. Hier nur eine kleine Auswahl – falls jemand jetzt noch nicht weiß wovon ich gerade schreibe:

“Beratung Nachhaltigkeit” ist also “Beratung Zukunftsfähigkeit” … und sollte zwingend durch externe Kräfte erfolgen. Nicht weil unser Geschäftsmodell das so vorsieht und meine drei Kinder … auch morgen etwas zu essen brauchen, sondern weil die Betriebsblindheit und die Trägheit des Veränderungswillen rein durch interne Bemühungen viel, viel schwerer zu überwinden sind … was das Ganze zäääääääääääähhhhhhhh macht und unter einen ungünstigen Stern stellt. Und deshalb tun sich viele auch schwer mit dem Thema. Also … sprechen Sie uns an!

Und ist “Beratung Nachhaltigkeit” jetzt Sinn … oder Unsinn? Natürlich müßte es heißen “Beratung Zukunftsfähigkeit” … und die macht natürlich … Sinn. Warum? Eine einfache Antwort wäre der Verweis auf zwei Filme … “HOME” (finden Sie bei youtube oder amazon) und “Plastic Planet” von Werner Boote, den wir übrigens auf unseren Tagen der Utopie im Herbst als Referent begrüßen dürfen. Das ist dann wieder ein Stück Welt retten, bringt es aber auf einen klaren Punkt. Von dort aus können wir unsere Reise zu Sinn und Unsinn beginnen.

Unsere Welt sucht nach Lösungen … um Krisen zu überwinden. … um die Welt zu erhalten. … um alternative Lebensmodelle zu etablieren. … um den kommenden Herausforderungen gut und gelassen begegnen zu können. Da macht es Sinn … einen Plan zu haben, besser noch … aufgestellt zu sein … zukunftsfähig zu sein. Werbung wird in klassischer Form bald nicht mehr funktionieren. Produkte werden (wieder) Geschichten erzählen müssen, authentische Geschichten über ihre Herstellung, die Menschen die sie gemacht haben und Geschichten, wie sie denn wieder zu reparieren sind. Alles kehrt wieder zurück … nicht nur in der Mode. Und obwohl es scheinbar altes Zeug ist, was da wieder in den Fokus rückt, so brauchen wir dennoch neues Denken in neuen Strukturen … weil es eben nicht mehr so ist wie vor 40 oder 50 Jahren. Nein, … ist es nicht. Wir brauchen neue Bildung, alte Werte, Sinnmärkte, bei aller Individualisierung auch die Rückkehr zu Gemeinschaften und wir brauchen wieder … unterscheidbare Proudukte und Dienstleistungen. Und das hat wiederum mit unseren Wurzeln zu tun. Das alles macht viel Sinn. Allerdings ist es wie immer … jeder interpretiert anders, versucht auf Züge aufzuspringen, die zu eigentlich unbekannten Zielen fahren und versuchen sich auch oft mit Halbwahrheiten oder plakativen Sprüchen über Wasser zu halten. Das nennen wir dann greenwashing!

Mein jüngstes Beispiel für grünwaschen … finden Sie hier im Zunft[blog]. Dieser Artikel ist eine Woche alt … und ich habe es noch nie erlebt, dass in den folgenden nur drei Tagen so viel zu diesem Thema gesucht – und in diesem Falle auch gefunden – wurde: “PwC”, “Rohwetter”, “Vordenker”, “30 Sekunden”, “Solarzelle”, “Die Zeit” … in allen möglichen Kombinationen. Entweder konnte die PwC nicht glauben was passiert oder es lesen unglaublich viele Menschen “Die Zeit” … oder beides? Das Vorgehen von PwC in diesem Nachhaltigkeitsfall war aus meiner persönlichen Sicht jedenfalls … Unsinn!

Wenn Sie sich jetzt (noch immer?) fragen, warum dieses Bild mit dem Dr. Wimmer diesen Artikel verschönert, ja dann … haben Sie in diesem Moment wieder festgestellt, dass der Herrn Selaff manchmal ein bißchen sonderbar ist. Mich hat dieses Bild, oder besser das Schild, auf einem meiner letzten Spaziergänge inspiriert … und mich bei der bildlichen Vorstellung zum Schmunzeln gebracht. Was für ein Name … für einen Nachhaltigkeits-Berater.

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